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Island

Fotos Island

Fotos Island - Land aus Feuer und Eis – Landschaftsfotografie Nordeuropa

Island; ein erstaunliches Land, die zweite größte Insel Europas mit 103.000 Quadratkilometern, Teil von zwei Kontinenten; am Zusammenstoß der amerikanischen und eurasischen Platte. Ein Land, welches über 10 % mit Eis bedeckt ist, was zu 50 % aus vulkanischer Lava und Ödland besteht, wo nur 1 % der Flächen kultiviert sind und weitere 20% als Weide genutzt werden. Es ist dann auch keine Überraschung, dass jenes Island mit einer Bevölkerung von einer mittelgroßen Stadt (280.000) und einem riesigen zu verwaltendem Gebiet, eines der teuersten Länder der Welt ist.

Es kann teuer sein aber dieses wird mehr als ausgeglichen durch die Dramatik der Landschaft in Flora und Fauna. Im Herzen der Insel befindet sich das fast unbewohnte Zentrum, bestehend aus ständigen Eiskappen und vulkanischen Bergen, heißen Quellen und anderen vulkanischen Aktivitäten; wo die Gletscher fort fließen von den Eiskappen (jokulls), schmelzen und mächtige Wasserfälle nach unten in steile Schluchten stürzen. Kleinere Wasserfälle verlaufen in regelmäßigen Abständen und winden sich in Flusstälern dem Meer entgegen. Es ist beeindruckend, Orte wie Dettifoss zu fotografieren und sich, sobald die wenigen Touristen am mittleren Nachmittag gegangen sind, völlig allein zu fühlen, in Ehrfurcht zu erstarren und sich über die Gewalt dieses mächtigen Wasserfalls zu wundern, des größten in Europa, noch unglaublicher, wenn man am Rand des Abgrundes ohne eine Barriere steht, die den Besucher vor dem rasenden Sturzbach schütz, der über den Rand des Falles stürzt.

Island ist berühmt für seine Vulkane und vulkanischen Aktivitäten und belohnt mit spektakulären Fotos. Hekla, Heimaey, Surtsey und Krafla haben ihre Spuren im letzten Jahrhundert hinterlassen. Aber es ist vielleicht Laki, der die größte Bekanntheit erreichte, als er im Jahre 1783 nach einem Ausbruch Gase über ganz Europa verströmte und Zehntausende ahnungsloser Bürger mit dem lebensgefährlichen Gas, das aus seinen Öffnungen entwich, tötete. Heute sind viele dieser Vulkane erloschen oder verborgen, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie infolge unterirdischer Bewegungen zu neuem Leben erweckt werden. Den Fotografen, der vorbeizieht oder die Fahrt macht, um auf ihren Abhängen zu fotografieren, beschleicht ein Gefühl von Beklommenheit und Faszination, wenn er Geysire ausbrechen, Schlammteiche kochen und dampfen sieht und den scharfen Duft von Schwefel riecht, der die Luft in allen Richtungen durchdringt.

Obwohl die Insel so groß ist, ist Reisen nicht leicht. Die einzige wichtige Landstraße umfährt die Insel, während für den abenteuerlicheren Reisenden ein paar anderer Routen das verlassene Zentrum durchqueren, aber diese sind streng für entschlossene und gut präparierte Allradfahrzeuge vorbehalten. Wie auch immer, wenn man die Fahrt um die Insel macht, erhält man mehr als einen ausreichenden Anteil von Abenteuer und sinnlicher Erregung. Das thermische Gebiet um Geysir ist ein lohnender Umweg und obwohl der große Geysir selbst nicht mehr ausbricht, bricht häufig Strokkur aus und die dämpfenden Türkislachen und die bunten Mineralablagerungen ergänzen dies anschaulich. Nicht weit weg bietet Gullfoss (die goldenen Fälle) ein großartiges Schauspiel. Man sollte sich auch an Islands Geschichte und Kultur erinnern, als das erste Parlament der Welt in Pingvellir etabliert wurde, in der südwestlichen Ecke der Insel.

Wenn man sich im Uhrzeigerrichtung um die Insel bewegt, sind andere Wasserfälle wie Skogarfoss leicht zugänglich und lohnen einen Besuch, während die schwarzen Sande und Stapel auf dem Ufer bei Vik einen Gegensatz zu den roten Gräsern des Myrdalssandurs bilden. Schließlich geht man den erhabenen Vatnajokull und Skaftafell-Nationalpark mit dutzenden von gegen das Meer fließenden Gletschern und atemberaubenden Aussichten, von mit Teppichen von Blumen bedeckten vergletscherten Tälern hindurch. Eine einmalige Kulisse für die Naturfotografie. Bei Jokulsarlon schmelzen die Eisberge langsam auf ihren Weg aus dem Haff, wenn sie auf das offene Meer hinaus fließen. Das Lon-Haff sorgt für wunderbare Spiegelungen von der Gebirgsküste und der verlassenen Küste. Hier versammeln sich die Singschwäne und vermehren sich zu Tausenden.

Wendet man sich  nördlich zu den Ost-Fjorden, ändert sich die Szenerie dramatisch bei jeder Biegung. Den wirtschaftlichen Niedergang dieser Region über die letzten Jahre kann man am besten an der Vielzahl der verlassenen Bauernhöfe erkennen, die zugunsten moderner Wohnungen verlassen wurden. Ebenfalls lohnend ist ein Umweg über Seydisfjorder. Das angenehme Tal mit seinen vielen hübschen Wasserfällen und Teichen ist übersät mit Baumwollgras. Die malerische Stadt war einmal das Heim norwegischer Fischer, die dem Heringsfang nachgingen, ihre eigenen Häuser mitbrachten und sie in Situ aufstellten.

Mehr beeindruckende vulkanische Erscheinungen gibt es in der Myvatn See-Region, ebenso bei den spektakulären Wasserfällen und Felsschluchten im Jokulsargljufur Nationalpark im Nordosten zu betrachten. Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch die Vielzahl der kleinen Kirchen, die auf der ganzen Insel verteilt sind. Einige der älteren Kirchen sind in traditioneller Holzbauweise mit isolierenden Rasendächern errichtet. Neue Kirchengebäude, modern und eckig, heben sich selbstbewusst von den rundlichen Hügeln und Berge ab. Diese erinnern uns auch an den religiösen Glauben der Isländer, welche glauben mussten, an der Pforte der Hölle zu wohnen.

Die Snaefellsnes Halbinsel im Westen der Insel reicht in den Atlantik hinaus, besitzt ihre eigene Eiskappe und eine zerklüftete Basaltküste. Riesige Kolonien von Dreizehenmöwen hängen die Nester hartnäckig in die Felsen, während die arktischen Seeschwalben  majestätisch im Ozeanwind treiben und ihre Nester wild gegen große als auch kleine Feinde verteidigen. Während der Ozean zwischen Ebbe und Flut die vulkanische Küste formt; modelliert der fließende Lavastrom, manchmal wie ein Bildhauer arbeitend, Bögen, Stapel und Buchten in einem fortwährenden Prozess der Veränderung.

Bevor man mit seinen Fotografien nach Hause zurückkehrt ist es Zeit, die malerische Hauptstadt mit ihren bemalten hölzernen Häusern zu entdecken und schließlich draußen in dem therapeutischen Wasser der berühmten Blue Lagoon zu entspannen.